Frau mit Rucksack in Bergen

Frauengesundheitstag Vorarlberg

Wissen vermehren - Gesundheitskompetenz stärken

Unter Gesundheitskompetenz versteht man die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um die eigene Gesundheit positiv zu beeinflussen. In unserer Gesellschaft sind mehrheitlich Frauen für die Gesundheit in der Familie zuständig und treffen häufig gesundheitsbezogene Entscheidungen. Zudem erkranken Frauen anders als Männer. Erkenntnisse der sogenannten Gendermedizin, die geschlechtsspezifische Unterschiede in Vorbeugung und Diagnostik von Erkrankungen aufzeigt, sind wichtig für Frauen. Eine hohe Gesundheitskompetenz befähigt, die eigene Gesundheit positiv zu beeinflussen und selbstbestimmt zu entscheiden.

Mit der Fachstelle Frauengesundheit unterstützt femail Frauen in Vorarlberg mit Vorträgen, persönlichen Gesprächen, Workshops und die Vernetzung mit Expertinnen und Experten.

Der 3. Frauengesundheitstag Vorarlberg
Spieglein, Spieglein an der Wand...
Schönheitsideale, Körperoptimierung und ihre Auswirkung auf Frauengesundheit

Der Frauengesundheitstag fand dieses Jahr zum ersten Mal in Feldkirch im Montforthaus statt und wurde von 86 Fachkräften aus dem Gesundheits- und Sozialbereich besucht, die die Gelegenheit nutzten sich mit dem Thema Schönheitsideale, Körpernormen und deren Auswirkung auf Frauengesundheit auseinander zu setzen.
Er widmete sich dem Wirkungsziel 7 des österreichischen Aktionsplans Frauengesundheit: Bei Mädchen und jungen Frauen ein positives Selbstbild für ein gesundes Leben zu fördern.

Nach der Eröffnung durch Landesrätin Katharina Wiesflecker und Begrüßung durch femail Geschäftsführerin Dr.in Lea Putz-Erath folgte die Key Note durch Dr.in Dagmar Pauli, Chefärztin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Zürich sowie Autorin des Buches Size Zero.
In ihrem Vortrag thematisierte sie das derzeitige Schönheitsideal als krankmachende Norm sowie Negativierung der ursprünglichen biologischen weiblichen Körperformen. Die Essstörungsspezialistin sprach ebenfalls über die Entstehung und Behandlung von Essstörungen, dem „Zweitgenerationeneffekt" und der essgestörten Gesellschaft.

Nach einer kurzen Pause folgte der zweite Vortrag zum Thema Schönheitsoperationen und Körperoptimierung, der von der Psychotherapeutin und Dozentin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Uniklinik Magdeburg PD Dr.in Ada Borkenhagen gehalten wurde.
In ihrem Referat sprach sie über die Wichtigkeit von Körper und Aussehen als Ausdruck der eigenen Identität und beleuchtete die tiefenpsychologischen Aspekte des Strebens nach Schönheit.
Zudem präsentierte sie aktuelle Zahlen zum ansteigenden Trend von Schönheitsoperationen und Einzelfallanalysen zu deren Auswirkung auf das Wohlbefinden.

Am Ende der beiden Vorträge gab es die Möglichkeit Fragen zu stellen und es entstand eine rege Diskussion.

Die darauffolgende Pause wurde zur Stärkung am Buffet, Vernetzung und weitergehenden Diskussion über das Gehörte genutzt.

Im Anschluss daran teilten sich die TeilnehmerInnen je nach Interesse in die beiden Workshops auf.
Dr. in Elisabeth Militz aus Bern öffnete in ihrem Workshop „Ästhetik oder Exzision" den Blick auf eine transkulturelle Sichtweise der Operationen der Vulva, indem sie diese in unterschiedlichen Regionen der Welt zueinander in Beziehung setzte.

Dipl. Sozpäd. in Katharina Buhri vom Verein Amazone in Bregenz thematisierte in ihrem Workshop den Wandel der Schönheitsideale, die digitale Bearbeitung von Aussehen und Körperform in den Medien und ihre Arbeit mit Mädchen dazu.

 

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