hochgehaltene Hand

Projekt "Partnerschaftliche Rollenteilung"

Familien sind vielfältig und werden von Erwachsenen wie Kindern vielfältig gestaltet. Dennoch könnte man den Eindruck gewinnen, dass das traditionelle Familienmodell mit klarer Rollenverteilung zwischen den Eltern das Einzige wäre.

Partnerschaftliche Rollenteilung - eine Alternative

Es gibt alternative familiäre Rollenmodelle. Mit dem Projekt "Partnerschaftliche Rollenteilung" möchten wir ganz gezielt ein Alternativmodell in den Vordergrund rücken.

Die Eltern teilen sich Erwerbsarbeit- und Familienarbeit partnerschaftlich. D.h. beide arbeiten z.B. 30h/Woche und können so gemeinsam Zeit für die Fürsorge gegenüber ihren Kindern aufbringen. Die Kinder sind in diesem Modell häufig teilzeit betreut, da die Eltern sich ergänzend abwechseln können.

Partnerschaftlichkeit bedeutet für die Paare nicht eine starre 50:50 Aufteilung, und nur einen Weg der das gesamte Familienleben hindurch passt. Sondern vielmehr geht es um eine regelmäßige Verhandlung und ggf. Anpassung der Aufteilung. Es ist ein Prozess.

Gerade beim Entwickeln und Ausprobieren von Alternativen ist es sehr wichtig Vorbilder und Gleichgesinnte zu haben. 

Projektziele:

  1. Positionierung des Partnerschaftlichen Rollenmodells als breitenwirksam anerkanntes und alternatives Rollenmodell in Vorarlberg. Es ist geschlechtergerecht und für Eltern und Kinder vorteilhaft. Es ist realisierbar und individuell wandlungsfähig.
  2. Identifikation von regionalen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren die das Partnerschaftliche Modell für Familien leichter umsetzbar machen.
  3.  Implementation des Themas in ein mittelfristiges Projekt.Um einige der durch eine Heirat erworbenen Ansprüche auch in einer Lebensgemeinschaft abzusichern, kann ein Partnerschaftsvertrag bei AnwältInnen oder NotarInnen abgeschlossen werden. Dieser hat Rechtsverbindlichkeit, ist aber mit Gebühren verbunden.

Zielgruppen:

Das Projekt „Partnerschaftliche Rollenaufteilung" wendet sich...
... an Frauen, Männer und Paare, die sich für diese Form des Zusammenlebens und Arbeitens interessieren. femail bietet Unterstützung an!
... an MultiplikatorInnen und Fachkräfte, die mit Familien arbeiten. femail ermöglicht fachlichen Austausch!
... an alle, die sich für das Thema interessieren und Wissen aus erster Hand möchten. femail fördert eine wissensbasierte Diskussion!

Geplante Angebote im Jahr 2021:

  • Workshops für Paare - Partnerschaftliche Rollenaufteilung in unserer Familie - wie sind unsere ERfahungen? Wie kann es gelingen?
  • Workshop für Mitarbeitende in KMUs
  • Adaptierung des Familienpolitischen Brettspiels als Instrument für Vorarlberg
  • Multiplikatorinnenworkshop zum Familienpolitischen Brettspiel als Tool für Analyse und Beratung
  • Weiterarbeit einzelnen Schulklassen

Nachschau Veranstaltungen 2020

Das Projekt Partnerschaftliche Rollenteilung starteten wir 2020. Es fanden mehrere Veranstaltungen statt. Zwei davon können hier nachgeschaut werden:

Und hier gibt es die Präsentationsunterlagen zum Herunterladen:

Präsentation Gerlinde Mauerer
Präsentation Katharina Mader

 

Die Schweizer Forscherin Margret Bürgisser beschäftigt sich seit vielen Jahren in Forschungsprojekten mit dem Modell der Partnerschaftlichen Rollenteilung.


Egalitäre Rollenteilung definiert sie so:
Es ist eine Form familiärer Organisation, bei der zwei Elternteile mit Kind(ern) zusammenleben, wobei beide in annähernd gleichen Teilzeitpensen erwerbstätig sind und sich daneben Hausarbeit und Kinderbetreuung nach eigenem Ermessen zeitgleich und eigenverantwortlich teilen. (Brügisser 2017: S 86)

Ein egalitär-partnerbezogenes Modell ermöglicht einen guten Ressourcenausgleich zwischen Erwerbs- und Familienbereich. Es trägt viel zur psychosozialen Gesundheit der Eltern –und indirekt auch der Kinder - bei. Auch die Unternehmen profitieren davon, weil die im Familienbereich erworbenen Sozialkompetenzen am Arbeitsplatz eingebracht und genutzt werden können.
Folgende Stärken und Chancen des Modells bestehen:

  • Familie und Beruf vereinbaren
  • Sich gegenseitig unterstützen
  • Chance zur Beziehungspflege
  • Das Modell fordert und fördert Flexibilität

Schwächen und Nachteile:

  • Berufliche Stagnation durch Teilzeit
  • Geringeres Einkommen – Geringere Konsummöglichkeiten
  • Unklare Rollen – mehr Aushandlung

Voraussetzungen zur Wahl des egalitären Modells:

  • Geringe Lohndifferenz beim Einkommen der Partner
  • Realistische eingeschränkte berufliche Ambitionen
  • Nach Innen in die Familie als Paar die richtige Entscheidung treffen
    und Abgrenzen zur Meinung des Umfelds
  • Toleranz für alle Familienformen und Lebensmodelle

Folgende Rahmenbedingungen braucht es für die Wahl des egalitären Modells im gesellschaftlichen Umfeld:

  • Akzeptanz von Teilzeitarbeit (auch bei Männern)
  • Recht auf Elternteilzeit
  • Veränderung im Vaterbild
  • Akzeptanz erwerbstätiger Mütter
  • Familienergänzende Kinderbetreuung

 

Das Buch zum Thema: Brügisser, Margret (2017): Partnerschaftliche Rollenteilung – ein Erfolgsmodell. Hep verlag ag, Bern

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